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# Annex 2: Zugriff auf und Wiederherstellung von Backups im Notfall

In der Praxis vieler Kanzleien läuft das Thema Backup oft im Hintergrund mit: Es wird einmal eingerichtet, automatisiert und dann meist vergessen – solange alles funktioniert.

Doch genau in dem Moment, in dem ein Notfall eintritt, sei es durch einen technischen Defekt, einen Cyberangriff oder Elementarschäden, zeigt sich, ob die Vorsorge ausreichend war. Deshalb verdient das Thema Datensicherung auch im Rahmen eines Notfallplans besondere Aufmerksamkeit – nicht im Sinne einer technischen Dokumentation, sondern als bewusste Einbindung in das übergeordnete Krisenmanagement. Zwar zählt die regelmäßige Sicherung von Daten zur IT-Grundversorgung und ist streng genommen Teil der allgemeinen organisatorischen Vorsorge. Dennoch ist der Zugriff auf ein funktionierendes Backup im Ernstfall oft die einzige Möglichkeit, den Kanzleibetrieb zeitnah wiederherzustellen – insbesondere, wenn zentrale Systeme betroffen sind. Insofern bildet das Backup nicht nur die Brücke zwischen Vorsorge und Reaktion, sondern ist zugleich ein entscheidender Faktor für die Wiederaufnahme des Normalbetriebs.

Ein wirksamer Notfallplan sollte deshalb zumindest in groben Zügen beschreiben, wie im Ernstfall auf gesicherte Daten zugegriffen werden kann.

Dabei geht es weniger um technische Einzelheiten, als vielmehr um die Klärung grundlegender Fragen: Wo befinden sich die Backups – lokal, auf externen Datenträgern, in der Cloud oder in einem ausgelagerten Rechenzentrum? Wer ist autorisiert, auf diese Sicherungen zuzugreifen – und wer springt ein, wenn diese Person nicht erreichbar ist?

Und schließlich: Welche Daten und Systeme müssen in welcher Reihenfolge wiederhergestellt werden, um handlungsfähig zu bleiben?

Für viele Kanzleien empfiehlt sich zudem, die Zusammenarbeit mit externen IT-Dienstleistern in den Notfallplan einzubinden. Der Ablauf der Wiederherstellung – also wer im Ernstfall welchen Dienstleister kontaktiert, welche Informationen bereitgehalten werden müssen und wie schnell ein Zugriff möglich ist – sollte vorab geklärt und dokumentiert sein. Nur so lässt sich vermeiden, dass im Notfall Zeit verloren geht oder Entscheidungen unter Druck improvisiert werden müssen.

Ein bewährter Ansatz für die Backup-Planung ist die sogenannte 3-2-1-Regel, die unter anderem vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht empfohlen wird: Hiernach sollten wichtige Daten in drei Kopien vorliegen, gespeichert auf mindestens zwei verschiedenen Speichermedien, wobei eine dieser Kopien räumlich getrennt oder offline aufbewahrt wird.

Dieses einfache, aber effektive Prinzip reduziert das Risiko eines vollständigen Datenverlusts erheblich – sei es durch Ransomware, einen technischen Totalausfall oder äußere Einwirkungen.


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