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# Annex 3: Digitale Souveränität über ein BackUp-System

Bislang galt das Thema Verfügbarkeit durch Backup-Lösungen US-amerikanischer Herkunft als gelöst, solange kein grundsätzliches Problem der Belieferung durch US-Firmen bestand.

Backup-Lösungen bedeuteten dann, dass Daten in einem möglichst unabhängigen System redundant vorgehalten, und im Bedarfsfall in das primäre System zurückgespeist wurden.

Immer mehr Kanzleien spielen jedoch angesichts der weltpolitisch turbulenten Zeiten Szenarien durch, in denen aus juristischen oder politisch/faktischen Gründen, die führenden Angebote nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen könnten.

In solchen Szenarien hilft ein klassischer Backup nicht weiter, da die Daten zwar weiter vorhanden, aber nicht oder zumindest nicht unmittelbar nutzbar sind, denn die dafür notwendigen primären Systeme sind in solchen Szenarien nicht nur für wenige Stunden, sondern ggf. für längere Zeiträume unverfügbar.

Diese Situation ist vergleichbar mit einer Fahrzeug-Treibstoffreserve für den Notfall, in dem dann aber die Fahrzeuge für den Treibstoff nicht zur Verfügung stehen.

In diesem Vergleichsszenario werden daher auch Notfallfahrzeuge benötigt. Das können einfachere, für den Notfall jedoch hinreichend ausgestattete Fahrzeuge sein.

Neuere Entwicklungen sehen daher zusätzlich zum Daten-Backup einen IT-Notfallsystem (EU-Backup-System) vor. Analog zu dem zuvor genannten Vergleichsszenario bedeutet dies die Bereitstellung eines einfacheren, aber für den Notfall mit genügend Funktionen ausgestatteten eigenständigen Systems.

In dieses System müssen die im Notfall benötigten Daten kontinuierlich während des Betriebs dorthin synchronisiert werden. Früher waren solche umfangreichen Synchronisationen wegen des Datenübertragungsbedarfs unmöglich. Durch die Fortschritte bei der Übertragungs- und Speichertechnik ist ein solches Szenario inzwischen gut darstellbar.

Solche IT-Notfallsysteme sind kein 100% redundantes Zwillingssystem, sondern beinhalten vom Funktionsumfang und vom Datenumfang nur das für den Notfall Notwendige.

Ein solches neuartiges IT-Notfallsystem muss vor allem zwei Anforderungen genügen:

* Es muss unabhängig von politischen Entscheidungen in Drittländern oder anderen faktischen Hindernissen funktionieren können
* Es sollte aus Gründen der Verhältnismäßigkeit deutlich weniger kosten als das primär genutzte System

Technischer Hintergrund:

Systeme, die unabhängig von Entscheidungen in Drittländern oder anderen faktischen Hindernissen funktionieren und eine rudimentäre für den Notfall hinreichende Funktionsmenge bieten, können grundsätzlich mit lokalen Rechenzentren und herkömmlicher Open-Source-Software umgesetzt werden.

Allerdings können solche Systeme nicht günstiger als die primär genutzten Systeme angeboten werden und würden sozusagen "nur als Versicherung" eine unverhältnismäßige Ausgabe darstellen.

Durch die Kombination moderner hochsicherer IT-Infrastrukturbausteine (beispielsweise BetterEdge Souveränitäts-Anker) und fortschrittlicher mehrmandantenfähiger Open-Source-Software (beispielsweise OpenCloud) können wirtschaftliche IT-Notfallsysteme bzw. ein EU-Backup aufgebaut werden:

Auf eine hochsichere Infrastruktur-Plattform aus BetterEdge Souveränitäts-Ankern wird die multi-Tenant-fähige, moderne und sehr performante Software von OpenCloud betrieben. Durch die hohe Sicherheit des BetterEdge Souveränitäts-Ankers (Confidential Computing + kryptografisches Perimetersiegel) wird der sichere Mehrmandantenbetrieb möglich, der für die Wirtschaftlichkeit eines solchen Angebots maßgeblich ist. Die Synchronisation der Daten erfolgt mit der so genannten OpenDataBridge, einer quelloffenen Software, welche die Daten von den primären Systemen in das IT-Notfallsystem synchronisiert.


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