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# Intro

Heute ist eine funktionierende IT-Infrastruktur für eine Kanzlei überlebenswichtig. Ein Ausfall der entsprechenden Systeme macht nicht nur die Kommunikation, sowohl nach außen als auch intern, praktisch unmöglich, sondern schneidet auch die Anwält:innen zur Gänze vom Zugriff auf ihre Daten und sonstigem Informationsfluss ab.

Als Ursache hierfür kommt in erster Linie ein Cyber Angriff in Frage. Es gibt naturgemäß keine exakte, öffentlich zugängliche Zahl darüber, wie viele Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland bereits Opfer von Cyberangriffen wurden. Einige Fälle sind bekannt geworden, auch aufgrund der aktiven Kommunikation der Betroffenen, die meisten liegen aber im Dunklen.

Laut einer aktuelleren Studie von Bitkom waren 75 % der deutschen Unternehmen mit 100–500 Mitarbeitenden bereits von Cyberangriffen betroffen – darunter auch viele Kanzleien. Rechtsanwaltskanzleien gelten hierbei als besonders gefährdet, da sie mit hochsensiblen Mandantendaten arbeiten. Diese Daten sind für Cyberkriminelle besonders lukrativ. Selbst kleinere Kanzleien geraten zunehmend ins Visier von Hackergruppen.

Mit der Frage, wie man sich vor Cyberangriffen schützt, beschäftigen sich viele - in einem Punkt sind sich aber alle einig: Es gibt keinen 100 % - igen Schutz!

Aber auch sonstige technische Probleme können zum Ausfall der IT führen, auch wenn - jedenfalls in den Ballungszentren - in der Regel ein Stromausfall nicht allzu lange andauern wird und auch die Auswirkungen von Naturkatastrophen sind in unseren Breiten noch relativ gering.

Daneben tritt aber aufgrund unserer Abhängigkeit von US – amerikanischen Anbietern zunehmend auch die Gefahr, dass hier möglicherweise aus politischen Gründen Systeme, zumindest zeitweise, nicht mehr funktionsfähig sein können.

Für all diese Fälle hilft (nur) ein Notfallplan, der nicht nur eine theoretische Handreichung bietet (im schlimmsten Fall ist er einfach von einer anderen Kanzlei oder einem günstigen Anbieter übernommen, ohne auf die konkreten Gegebenheiten der jeweiligen Kanzlei angepasst zu sein), sondern auch eine praktische Anleitung bietet, WER WAS WIE WANN (und gerne auch WARUM) im Notfall zu tun hat.

Der Notfallplan muss hierbei berücksichtigen, dass nicht nur mehrere Systeme, sondern auch mehrere Personen ausfallen können und muss entsprechend redundant sein.

Schließlich müssen Notfallszenarien regelmäßig geübt werden - zumindest die dann zuständigen Personen müssen wissen, was zu tun ist und wie es zu tun ist und den Kolleg:innen muss klar sein, wer zuständig ist und wie diese Person, auch beim Ausfall der üblichen Kommunikationssysteme, erreicht werden kann.

Wir haben versucht, die entsprechenden Pläne von verschiedenen Kanzleien zusammen zu tragen, bereits gemachte Erfahrungen zu sammeln und darüber hinaus von anderen Branchen, insbesondere solchen der kritischen Infrastruktur zu lernen und haben auch einen Blick auf die rechtlichen Grundlagen geworfen. Dieses Whitepaper bietet einen strukturierten Überblick, wie ein effektiver Notfallplan für juristische Organisationen entwickelt werden kann. Es identifiziert potenzielle Krisenszenarien, präsentiert bewährte Konzepte aus verschiedenen Sektoren und zeigt praktische Implementierungsschritte auf, die auf die besonderen Anforderungen von Kanzleien zugeschnitten sind.


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